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Das Buch: Kracht und die alten Männer

Volker Kracht, glückloser Antiheld mit bewegter Vergangenheit, gerät in seinem neuen Job als Taxifahrer unschuldig in einen Verkehrsunfall. Sein Unfallgegner, ein älterer Herr, stirbt auf der einsamen Landstraße in seinen Armen nachdem er Kracht noch zwei Adressen unter dem gestammelten Hinweis auf viel Geld nennen konnte. Die eine ist eine Hütte in den Wäldern von Brandenburg, die andere die Adresse einer Frau in Brasilien.

 

Nachdem Kracht bemerkt, dass sich offenbach auch andere Unbekannte für den alten Mann interessieren, leiht er sich den Wagen von Hannah, seiner Exfreundin und fährt in den Osten. In der Hütte im Wald findet er zu seinem Entsetzen die Leiche eines anderen alten Mannes, dem man die Kehle durchgeschnitten hat. Noch mehr entsetzt ist er, als er erfährt, dass zwei Männer im Gasthaus in dem der übernachtet hat, sich nach ihm erkundigt haben. Voller Panik flüchtet er zurück nach Hause, wo er im Haus von Hannah jede Menge Polizei vorfindet. Auch ihr wurde die Kehle durchgeschnitten. Den Anfangsverdacht von Inspektor Jecht kann Kracht mit einem Alibi entkräften.

 




Als noch weitere Dinge geschehen und Kracht erkennen muss, dass auch Jecht eine dubiose Rolle in dem ganzen Albtraum zu spielen scheint, wendet er sich in seiner Verzweiflung an Max, Hannahs Ehemann, der in ihm immer einen gehassten Konkurrenten gesehen hat. Trotzdem Max ihm die Schuld an der Ermordung Hannahs gibt, tun sich die beiden zusammen um Licht in die Angelegenheit zu bringen, wobei es Max nur darauf ankommt, seine geliebte Frau zu rächen.

 

Wieder in der Hütte in Brandenburg stellen beide fest, dass die Leiche des alten Mannes verschwunden ist, finden aber unter dem Dielenboden ein Säckchen voller Perlen. Die Perlen werden den beiden jedoch von dem geheimnisvollen Manfred Lucius wieder abgenommen, der im Laufe der weiteren turbulenten Geschehnisse vor ihren Augen auf einer Autobahn überfahren wird.

 

In ihrer Ratlosigkeit wenden sich Max und Kracht nun an den pensionierten Kriminalkommissar Trommsdorf, den Kracht aus einer anderen Zeit kennt. Trommsdorf ist hocherfreut über die Abwechslung, vor allem deshalb, weil ihn die merkwürdige Rolle seines Nachfolgers Inspektor Jecht in der ganzen Geschichte aus persönlichen Gründen interessiert. Das ungleiche Trio stellt nun auf eigene Faust Ermittlungen an und gerät immer tiefer in einen Strudel aus Mord und Verbrechen.

 

Nachdem sie Hinweise auf eine alte Stasiverbindung und undurchsichtige Geschehnisse vor dem Fall der Mauer entdeckt haben, sind sie selbst immer mehr in höchster Gefahr. Auf Geheiß Trommsdorfs macht sich Kracht auf die Reise nach Südbrasilien um die Frau zu finden, von der der sterbende Mann auf der Landstraße gesprochen hatte...


 

Leseprobe

»Hörn Sie, ich hab hier keene Lust große Diskussionen zu führen, verstanden? Sie wissen ganz genau, was ich von Ihnen will, und wenn wir das nich in drei Minuten haben, dann können se hier was erleben.«

Langsam legte Trommsdorf sein Feuerzeug wieder auf den Tisch zurück. Er achtete kaum auf den Kleinen, ließ aber den jungen blonden Mann nicht aus den Augen. Ganz langsam kehrte die Farbe wieder zurück in seinem Gesicht.

»Sie werden es nicht glauben, aber ich weiß tatsächlich nicht, was Sie meinen«, sagte er jetzt lächelnd.

Der Schuss war nicht sonderlich laut. Kracht dachte an die Schüsse aus den Fernsehkrimis, die ohrenbetäubend laut und erschreckend waren, oft noch mit heulenden Querschlägern hinter- her. Dieser Schuss aber war etwas ganz und gar Sachliches, Rationales. Kein ohrenbetäubender Knall und auch kein Querschläger, es war lediglich ein etwas lauteres ›Plopp‹, was aber der Situation nichts von ihrer Bedrohlichkeit nahm. Kracht wunderte sich darüber.

Was für eine Scheiße denke ich da?, sagte er sich. Zwei Zentimeter vor Trommsdorfs Hausschuh war der Parkettfußboden an einer Stelle aufgerissen und ein kleines Qualmwölkchen stieg gerade aus dem Loch. Trommsdorf hatte seinen Fuß nicht zurückgezogen, aber Kracht sah deutlich, dass er heftig zitterte.

Der blonde junge Mann stand nach wie vor unbeweglich und ohne Ausdruck in seinem Gesicht. Nichts deutete darauf hin, dass er den Schuss abgefeuert hatte, außer, dass auch aus seinem Pistolenlauf eine kleine Rauchwolke kam.

»Der nächste Schuss geht fünfzehn Zentimeter höher«, brummte der Kleine.

»Und dann arbeiten wir uns immer etwas weiter nach oben vor.«

Er war von dem Schuss keineswegs überrascht oder gar erschreckt worden. Die beiden waren ein überaus eingespieltes Team.

»Also?«

»Ist es denn ausgeschlossen, dass wir uns wie normale Menschen über die ganze Angelegenheit unterhalten?«

Trommsdorf versuchte sein gewinnendes Lächeln in sein Gesicht zu bringen, was ihm aber nicht ganz gelang. Als Kracht von ihm wieder zu den beiden hinüber sah, bemerkte er hinter ihnen im Halbdunkel eine Bewegung. Sein Herz begann mit einem Mal heftig zu pochen. Er versuchte krampfhaft, nicht mehr angestrengt in den dunklen, kurzen Flur hinter den beiden Pistolenmännern zu starren. Jetzt wieder! Kein Zweifel, es war Max. Er musste durch die offen stehende Tür gekommen sein und arbeitete sich langsam von hinten auf die beiden zu.

Kracht sah wieder zu Trommsdorf, und erkannte sofort, dass der Max auch gesehen hatte.

»Wie wäre es denn mit einem Geschäft?«, fragte Trommsdorf.

»Jetzt ist gut«, sagte der Kleine, »wenn Sie uns nicht in der nächsten Sekunde sagen, wo die verdammten Perlen sind, wird mein Freund Ihnen ein hübschen Loch in Ihren Fußspann sticken.«


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